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es ist nicht das, für was du es hältst

Es ist nicht das, für was du es hältst.

Es ist nicht das, für was du es hältst.

 

Das ist keine Blume,

das ist ein Fasergestell.

 

Das ist kein Sein,

das ist ein stehengebliebenes Sein.

 

Das ist keine Stadt,

das ist ein Ort, an dem es atomar geregnet hat.

 

Das ist nicht die Party des Jahrhunderts,

das ist ein anonymes Treffen verpasster Wunder.

 

Das ist kein Juweliergeschäft,

das ist ein Kaugummiautomat in Goldfolie.

 

Das ist kein goldener Kelch,

das ist aus Plastik, es ist eine Urinprobe.

 

Das ist keine echte Zuneigung,

das ist der Kammerton emotionaler Vergeigung.

 

Das ist kein harter Sex,

das ist schnaufen, Text, schnaufe, schnaufen, Text.

 

Es ist nicht das, für was du es hältst.

Es ist nicht das, für was du es hältst.

 

Es ist genau das, für was du es hältst!

Es ist genau das, für was du es hältst!

 

Weil du weißt ja immer alles besser und das mit der Interpretation ist genau deins,

das mit der Interpretation!

 

Oder ist es nicht das, für was du es hältst?

Oder ist es nicht das, für was du es hältst?

 

 

Copyright by Katrin Fischer

 

Dunkelste Stunde

Ach bitte, komm schon,

 

lass mich nicht so sein,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

ach, du Scheiße,

es ist mal wieder Killing Time,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

die Sicht ist schlecht und du,

du erbrichst das Licht,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

ohne Mitleid ist es öde, wo ist mein Gesicht?

 

Eine Krähe sitzt auf meiner Hand,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

sie ist die Weisheit

und trägt das passende Gewand,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

dort drüben hängen noch Reste vom Licht an der Wand,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

und du kannst gar nicht so viel fliegen,

wie du kotzen kannst.

 

Und auf der Autobahn ist man nicht gern allein,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

denn die Lichter leuchten nur zum Schein,

in der dunkelsten Stunde, in der dunkelsten Stunde,

und wegen dir

könnt es nicht ewig so sein,

das mit der dunkelsten Stunde, das mit der dunkelsten Stunde,

doch der Tag ist feige

und er schließt sich ein.

Doch der Tag ist feige

und er schließt sich ein.

 

 

Copyright by Katrin Fischer

 

rabota rabota

Das ist keine politische Botschaft,

du bist keine romantische Weltmacht,

du bist kein Philosoph in einer Tonne,

dafür der Älteste in der Roten Sonne.

Die Masse klatscht gern auf 1 und 3,

die Masse kaut gerne Fernsehbrei,

die Masse ist eine Menge Individuen,

in der wer wie wo wer blp blp schlau tun (ohhhhhh).

 

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

 

Dawai, rabota rabota,

18 Uhr, tschüss, dein Roboter,

du machst das für das Geld, weil’s halt rein muss,

Kapitalismus, Exitus, Schluss!

Te quiero, te quiero, zero,

auf nichts ist Verlass, liebe Menschen,

sie zeigt ihrem Freund dessen Grenzen:

Schatz, du bist zu fett, das hat Konsequenzen!

 

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

 

Sie befragt so gern das Orakel

und ekelt sich vor ihrem Makel,

das Morgen nicht heut schon zu kennen

und für neue Dinge zu brennen.

Sie ist ein Guru, er ist ein Swami,

du hast Falten, ich kann Origami,

er isst Löwenzahn, sie kleine Hasen,

er sprengt Grenzen, sie nur den Rasen.

 

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

 

Er hat Karten aus Silber und Gold,

rofl, der Rubel, der rollt

und es kommt aus der Pistole geschossen:

Ratatatat, wer hat, der hat!

Ba ba ba ba ba ba ba ba ba ba ba ba

Bahh, schmeckt das eklig, Geld mit Münzen,

er stopft’s ihr in den Rachen,

sie ist nicht grade günstig,

zum Shoppen noch schnell nach San Francisco,

statt Dispo gibt’s hier nur noch Disco (yeah!).

 

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

Ich bin so ich, du bist so du,

wer sind wir?

 

Copyright by Katrin Fischer

Foto: Helena Heilig